Obwohl es keine gesicherten Zahlen dazu gibt, kann man die Zahl der Erwachsenen über 18 Jahre in Deutschland, die an einer der verschiedenen Formen von Essstörungen leiden, mit mindestens zwei Millionen beziffern. Eine neue Entwicklung ist, dass Magersucht und Bulimie nicht mehr nur Erkrankungen junger Menschen sind, sondern dass auch immer ältere Menschen erstmals an einer Essstörung erkranken.
Viele Menschen sehen es als Zeichen von Schwäche, sich wegen eines persönlichen Problems Hilfe zu holen. Dabei lässt sich diese Einstellung bei Essstörungen in ihr Gegenteil verkehren: es ist ein Zeichen von Stärke und Aktivität, aus der bisherigen Heimlichkeit herauszutreten und Hilfe durch eine Beratung und Therapie zu suchen. Eine Therapie, egal ob einzeln oder in der Gruppe, liefert Denkanstöße, Hinweise zur Selbstreflektion und Hilfen für die Aufarbeitung belastender Situationen. Die eigene Situation bearbeiten und verändern muss dagegen jede/jeder selbst. Eine Therapie zu machen, ist also kein Widerspruch zu dem Vorsatz 'ich will es alleine schaffen', sondern vielmehr dessen Umsetzung.


